Ein junger Mann aus Nigeria kommt nach Deutschland – mit großen Träumen, aber auch mit Ängsten. Heute ist er Maler- und Lackierermeister in Braunschweig. Sein Weg dorthin war alles andere als leicht.
Ein Neubeginn voller Hürden
Als Kingsley Odubo nach Deutschland kam, war alles neu. Neue Umgebung, neue Kultur und vor allem eine neue Sprache. Was für andere selbstverständlich war, wurde für ihn zur täglichen Herausforderung: ein Gespräch führen, Anweisungen verstehen, sich im Unterricht zurechtfinden.
„Die Sprache war meine größte Hürde“, erzählt Kingsley. „Ich hatte immer Angst, etwas falsch zu machen oder nicht verstanden zu werden.“
Während viele junge Menschen in Deutschland mit Selbstvertrauen in ihre Ausbildung starten, fühlte sich Kingsley oft unsicher. Er hatte Angst zu versagen – und diese Angst begleitete ihn über Jahre hinweg.
Zwischen Zweifel und Durchhalten
Trotz aller Schwierigkeiten begann Kingsley eine Ausbildung zum Maler und Lackierer. Das Handwerk lag ihm, die Arbeit mit Farbe und Werkzeugen machte ihm Freude. Aber die Unsicherheit blieb. Manchmal wuchs die Angst so sehr, dass er am liebsten aufgegeben hätte.
Rückblickend sagt er offen: „Es gab Momente, in denen ich kurz davor war, hinzuschmeißen.“
Doch Kingsley hielt durch. Er wollte nicht nur für sich selbst kämpfen, sondern auch, um anderen zu beweisen, dass er es schaffen kann. Unterstützung bekam er von seinen Ausbildern, die an ihn glaubten und ihm Mut zusprachen. Dieses Vertrauen wurde zu einem wichtigen Antrieb, weiterzumachen.
Die Meisterschule – der nächste große Schritt
Nach bestandener Gesellenprüfung wagte Kingsley den nächsten Schritt: die Meisterschule. Ein Weg, der noch einmal neue Herausforderungen mit sich brachte. Der Stoff war anspruchsvoll, die Anforderungen hoch – und erneut war die Sprache ein Hindernis.
„Die Meisterschule war für mich der schwerste Abschnitt. Ich hatte so viel Angst, nicht mitzukommen. Aber gleichzeitig wusste ich: wenn ich das schaffe, dann habe ich mir wirklich etwas bewiesen.“
Mehr als einmal war Kingsley versucht, alles hinzuschmeißen. Doch er tat es nicht. Wieder waren es sein Wille und die Unterstützung seiner Lehrer, die ihn weitermachen ließen.
Der Meistertitel – ein Meilenstein
2020 war es soweit: Kingsley hielt stolz seinen Meisterbrief in den Händen. Ein Moment, auf den er lange hingearbeitet hatte – gegen alle Zweifel, Ängste und Hindernisse.
„Als ich meinen Meistertitel bekam, wusste ich: all die Anstrengungen haben sich gelohnt. Es war nicht nur ein Abschluss, es war der Beweis, dass man mit Mut und Durchhaltevermögen alles schaffen kann.“
Für Kingsley ist der Meistertitel nicht nur ein persönlicher Erfolg. Er ist ein Symbol dafür, dass auch große Hürden überwunden werden können, wenn man den Mut hat, dranzubleiben.
Warum Kingsleys Geschichte Hoffnung macht
Kingsleys Weg zeigt, dass Erfolg nicht selbstverständlich ist. Er musste für jeden Schritt kämpfen – für das Verstehen der Sprache, für das Bestehen der Prüfungen, für das Durchhalten in schwierigen Zeiten.
Doch seine Geschichte zeigt auch: Wer an sich glaubt, wer Unterstützung bekommt und wer nicht aufgibt, kann seine Ziele erreichen.
Genau diese Erfahrung möchte Kingsley weitergeben. Mit seinem Projekt „Farbe für Menschen“ will er Jugendlichen in Nigeria die Möglichkeit geben, selbst eine Ausbildung zu machen. Denn er weiß, wie entscheidend Bildung und Handwerk für ein selbstbestimmtes Leben sind.
Ein Appell an junge Menschen
Kingsleys Botschaft ist klar: „Habt keine Angst vor Fehlern. Habt Mut, auch wenn es schwer wird. Und glaubt daran, dass ihr es schaffen könnt.“
Sein Weg zum Malermeister war geprägt von Angst, Mut und Durchhalten – und genau deshalb ist er heute ein Vorbild für viele.
Kingsleys Geschichte ist nicht nur die eines jungen Mannes, der seinen Traum verwirklicht hat. Es ist die Geschichte von Willenskraft, Vertrauen und der Kraft, niemals aufzugeben.